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IMPULS#8: ZUsammenKUNFT – Kooperation und Kollaboration in der Freien Szene

Nur gemeinsam lassen sich die Rahmenbedingungen für freie Kulturarbeit auf kommunaler Ebene verbessern. Hamburg und Leipzig haben zuletzt eindrücklich gezeigt, wie sich die Freie Szene organisieren und zusammen mit Politik und Verwaltung die Bedingungen wesentlich verbessern kann. Aber wie bringt man die verschiedenen Akteur*innen der Freien Szene mit ihren unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern und Bedürfnissen zusammen? Und wie können sie daraus gemeinsame Bündnisse und kulturpolitische Strategien entwickeln?

Die freie Regisseurin Chang Nai Wen erprobt in verschiedenen Konstellationen und Formen Lösungsmöglichkeiten aus der künstlerischen Praxis heraus und stellt kulturpolitische Zusammenhänge her. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden im direkten praktischen Umgang und Zusammenspiel mögliche Antworten zu den genannten Fragen ausgelotet.

Leitung: Chang Nai Wen (Berlin) 

Ausgebildet in Taiwan und Deutschland arbeitet Chang Nai Wen international als freie Regisseurin und Produzentin. Mit ihrer Gruppe „Sisyphos, der Flugelefant“ (SdF) in Berlin beschäftigt sie sich seit 2008 in der künstlerischen Auseinandersetzung und mittels verschiedener partizipativer Formate mit der Fragestellung: „Wie kommen wir mit allen unseren Unterschiedlichkeiten zusammen?“ Mit dem internationalen Regie-Kollektiv „World Wide Lab“ setzt sie sich ebenfalls konkret mit dieser Fragestellung auseinander und praktiziert seit 2011 einmal im Jahr an verschiedensten Orten auf der Welt das „Co-Inszenieren“. Seit 2016 ist sie mit SdF Teil des Modellprojekts „ZUsammenKUNFT“ in Berlin, das das gemeinschaftliche Zusammenleben und -wirken von Kulturschaffenden, geflüchteten Neu-BerlinerInnen sowie Alt-BerlinerInnen in einer Unterkunft für geflüchtete Menschen erprobt. Dort gestaltet sie das kooperative Networkingformat „Mind Lab“, bei dem Künstler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen ihre Visionen und mögliche Zusammenarbeiten ausloten, sowie die Theaterwerkstatt „Young Mind Lab“, in dem junge Menschen sich über die Sprache hinaus im Spiel begegnen. Chang Nai Wen ist Alumni des Internationalen Forums des Theatertreffens, des Lincoln Center Theater Directors Lab in New York und Vorstandsmitglied vom Landesverband Freie Darstellende Künste Berlin.

Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos. 

Anmeldungen
Um eine rechtzeitige und verbindliche Anmeldung an lachenicht@landesbuero-sachsen.de wird gebeten. 

Veranstaltungszeit
Donnerstag, 14.03.2019 | 19.00 – 21.00 Uhr 

Veranstaltungsort
Späti | Jakobstr.42 | 09130 Chemnitz

SZENE#4: Der Tanzende Mensch Bild

SZENE#4: Der Tanzende Mensch

In diesem Workshop wird ein Einblick in das breite Spektrum des finnischen Choreografen und Performers Tomi Paasonen geworfen, die er während seiner beruflichen Karriere in den Bereichen Tanz, Performance und Bildende Kunst in den letzten drei Jahrzehnten geschaffen hat. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Produktionen, die er außerhalb des professionellen Bereichs mit Menschen aller Altersgruppen, unterschiedlicher Körper, Fähigkeiten, Biografien, mit sexuellen Minderheiten, Gefängnisinsassen und Obdachlosen erarbeitet hat. 

Nach einer Einführung werden die Teilnehmer*innen durch ein geführtes Aufwärmen physisch auf den Workshop vorbereitet, der sich mit dem Akt des spontanen Choreographierens und individuellem körperlichen Ausdrucks beschäftigt.  Im Mittelpunkt steht der Austausch von Erfahrungen, Arbeitsansätzen und möglichen Visionen für Community Dance. 

Leitung: Tomi Paasonen (Finnland) 

Tomi Paasonen, geboren 1970 in Finnland, ist Choreograf, Regisseur, künstlerischer Leiter und Kurator. Nachdem er als Solist beim Hamburger Ballett von John Neumeier (1989-1994), bei Lines Ballet von Alonzo King in San Francisco (1994-1995) und The Joffrey Ballet in Chicago (1995-1997) getanzte, gründete er 1998 in San Francisco KUNST- STOFF, eine experimentelle interdisziplinäre Produktionsfirma für Tanz, Performance und Kunstereignisse. Im Jahr 2002 zog er nach Berlin, wo er PAA (Public Artistic Affairs) ins Leben rief. Seitdem arbeitete er international als Choreograf und Regisseur und kreierte über 60 Stücke mit den verschiedensten Tänzern, Performern und Laien. In den letzten fünf Jahren, 2013-2018, war er künstlerischer Leiter eines regionalen Tanzzentrums in Finnland. 

Der Workshop findet in deutscher Sprache statt.

Die Teilnahme am Workshop kostet für LDKS-Mitglieder 20€ (Nicht-Mitglieder: 30€).

Anmeldungen
Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, um eine rechtzeitige und verbindliche Anmeldung an lachenicht@landesbuero-sachsen.de wird gebeten. 

Bequeme Kleidung ist bitte mitzubringen. 

Veranstaltungszeit
Samstag, 02.03.2019 | 11.00 – 16.00 Uhr 

Veranstaltungsort
TENZA-Schmiede Dresden | Pfotenhauerstraße 59 | 01307 Dresden

Die Werkstattreihe SZENEversteht sich als Ort des Ausprobierens, als Stätte für gemeinsame Kreation und Plattform für neue Tanz- und Theaterformen. Sie sieht sich als Training für Tänzer*innen und Performer*innen gleichermaßen und ist offen für alle Level. Dieser Workshop wendet sich an Tanz- und Theatermacher*innen, die mit JugendlichenAmateurenExpert*innen des Alltags und marginalisierten Gruppierungen künstlerisch tätig sind oder sein wollen.

SZENE#3: Schauspiel (Meisner Technik) Bild

SZENE#3: Schauspiel (Meisner Technik)

„Schauspiel ist die Fähigkeit, wahrhaftig unter imaginären Umständen zu leben.“

Sanford Meisner

Die Amerikaner Sanford Meisner und William Esper waren davon überzeugt, dass Schauspieler darin trainiert werden können, einander wirklich zuzuhören, sich zu öffnen und davon ausgehend Momente auf der Bühne wirklich miteinander leben zu können, anstatt dies nur vorzugeben. Im Gegensatz zu Strassbergs Methodik geht es nicht um das Wiedererleben biographischer Moment, sondern um das Verankern im Hier und Jetzt, dem Moment-to-Moment-Game, wie Meisner und Esper es nannten. Mit dieser These, konsequenter Umsetzung und den entsprechenden Übungen wurde beide zu den revolutionärsten Schauspiellehrern weltweit.

Der Workshop gibt eine Einführung in das Grundkonzept der Meisner Technik. Dabei wird auf eine Grundübung der Meisner Technik, die Repetition eingegangen, die es Schauspieler*innen ermöglichen soll, frei von intellektuellen Prozessen, spontan und intuitiv mit dem Partner in Kontakt zu treten.

Der Workshop richtet sich dabei an Schauspieler*innen, Performer*innen, Tänzer*innen sowie Theatermacher*innen, die mit Amateur*innen und Expert*innen des Alltags szenisch arbeiten.  

Leitung

Charlotte Puder (Leipzig)

Charlotte Puder absolvierte 2009 ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Währenddessen war sie am Staatsschauspiel Dresden zu sehen. Anschließend war sie bis 2012 fest am Theater Bielefeld engagiert. Seit 2012 arbeitet Charlotte Puder freischaffend im Bereich Film und Theater und gründete den Leipziger Raum „Hopfe“, wo bis 2018 Ausstellungen, Performances und Theatervorstellungen stattfanden. Von 2013 bis 2017 spielte sie u. a. bei den Bad Hersfelder Festspielen sowie bei den Wormser Nibelungenfestspielen und am Theater Lübeck. Neben verschiedenen Fernsehauftritten u. a. bei „Soko Leipzig“ und „Die jungen Ärzte“ unterrichtet sie seit 2017 immer wieder im Bereich Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“.

Mit freundlicher Unterstützung des Ost-Passage-Theaters Leipzig

Die Teilnahmegebühr beträgt 20€ für LDKS-Mitglieder (30€ für Nicht-Mitglieder). Theatergruppen erhalten einen ermäßigten Vorzugspreis.

Anmeldungen
Aufgrund begrenzter Plätze bitten wir um eine zeitnahe verbindliche Anmeldung bei Maike Lachenicht: lachenicht@landesbuero-sachsen.de

Veranstaltungszeit
Samstag, 06.04.2019 | 11.00 – 15.00 Uhr

Veranstaltungsort
Ost-Passage Theater | Konradstr. 27 | 04315 Leipzig    

Impuls#6: Die Vermessung der Freien Szene Bild

Impuls#6: Die Vermessung der Freien Szene

Während das Publikum von Theater, Tanz und Oper inzwischen relativ gut erforscht ist, sind die möglichen, aktuell aber noch nicht gewonnenen Besucherinnen und Besucher (Fast-Besucher) dieser Angebote noch relativ unerforscht. Um bei Überlegungen zur Größe und Struktur eines potenziellen Publikums nicht auf reine Mutmaßungen angewiesen zu sein, hat das Kulturamt der Stadt Köln im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Tibor Kliment von der Rheinischen Fachhochschule Köln eine Fast-Besucher-Befragung für die freie Theater- und Tanzszene erstellt. Ziel der Studie war ein vertieftes Verständnis über ein unerschlossenes Besuchersegment, um auf dieser Basis möglichst greifbare Maßnahmen für die Kulturförderung abzuleiten.

Zu welchen Erkenntnissen kam die Studie? Welches Besucherpotential für die freie Szene wurde durch diese Studie sichtbar? Welche Diskussionen löste die Studie in Köln aus? Welchen Nutzen haben statistische Erhebungen für die Freie Szene? Lässt sich diese Methode für Sachsen anwenden?

Referent:

Prof. Dr. Tibor Kliment (Rheinische Fachhochschule Köln)

Prof. Dr. Tibor Kliment ist Professor für Empirisches Medien- und Kulturmanagement an der Rheinischen Fachhochschule Köln. Er studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an Universität Bochum und promovierte an der FU Berlin. Er hatte Lehraufträge an zahlreichen Universitäten und Fachhochschulen, u.a. an der Universidad Nuevo Mundo/ Mexico City. Seine fachlichen Schwerpunkte sind Marketingforschung, Evaluationsstudien und Kommunikationsplanung.

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Stadt Dresden.

Anmeldung

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Aufgrund begrenzter Plätze bitten wir Sie jedoch, sich vorab per Mail unter lachenicht@landesbuero-sachsen.de anzumelden .

Veranstaltungszeit

Mittwoch, 06.02.2019 | 19.00 – 21.00 Uhr

Veranstaltungsort

Kulturrathaus Dresden | Königstraße 15 | 01097 Dresden

IMPULS#7: Politische Performances vs. Performative Politik? Bild

IMPULS#7: Politische Performances vs. Performative Politik?

Wie kaum ein anderes Künstlerkollektiv sorgt das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) mit seinen streitbaren Aktionen für massenmediale Aufmerksamkeit. Ob die Säulen der Schande vor dem Haus des AfD-Politikers Björn Höcke, ob der Transport von Berliner Mauerkreuzen an die EU-Außengrenze nach Bulgarien oder jüngst Soko Chemnitz – eines kann der Rezipient dabei nicht sein, nämlich gleichgültig. Zugleich ist jede Aktion Inszenierung und zielt auf realpolitische Verhältnisse ab. Und das nicht im geschützten Theaterraum, sondern in der Wirklichkeit.

Wie plant und organisiert das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ihre Performances? Wo verorten sie sich künstlerisch? Was wollen sie bewirken?

Referentin:
Cesy Leonard (Stabschefin des Zentrums für Politische Schönheit, Berlin)

Cesy Leonard (Künstlerin, Filmemacherin) leitet gemeinsam mit drei Mitstreiter*innen das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) in Berlin. Neben der kreativen Konzeption der Aktionen und der Leitung des ZPS Filmdepartment, etablierte sich Cesy Leonard zu einer gefragten Dozentin im In- und Ausland, u. a. an der Yale Law School, am Goethe Institut Los Angeles, an der HfBK Hamburg und Filmakademie Baden-Württemberg. Nach einer Schauspielausbildung in Berlin folgten Engagements in TV, Film und Theater. 2009 begann sie erste eigene Filme zu drehen. Diese Arbeiten führten sie 2010 zum Zentrum für Politische Schönheit (ZPS), welches ihre künstlerische Heimat wurde. Ihr Film „Schuld – die Barbarei Europas“ gewann 2012 den Web Video Award, „Montags Tanzen“ lief 2015 unter anderem auf dem Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken. Seit 2014 lässt sie die Aktionen des Zentrums für Politische Schönheit mit Kameras begleiten.

Eine Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Aufgrund begrenzter Plätze bitten wir Sie jedoch, sich anzumelden und beim Einlass Ihre Anmeldebestätigung sowie Ihren Lichtbildausweis vorzuweisen.

Diskriminierende, rassistische und antisemitische Symbole, Zeichen und Äußerungen sind untersagt. Besucher*innen, die dagegen verstoßen, kann Hausverbot erteilt werden.

Mit freundlicher Unterstützung des Societaetstheaters Dresden.

Anmeldung
Bitte bis zum 05. Februar 2019 unter folgendem Anmeldeformular.

Veranstaltungszeit
Mittwoch, 13.02.2019 | 19.00 – 21.00 Uhr

Veranstaltungsort
Societaetstheater Dresden | An der Dreikönigskirche 1A | 01097 Dresden