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LANDARBEIT#3: Theaterarbeit mit Expert*innen des Alltags

Es scheint mehr als ein die Bühnen erobernder Trend zu sein: den Bürger aus dem Alltag auf die Bretter zu holen. Am Staatsschauspiel Dresden bildet die Bürgerbühne seit 2009 eine eigene Sparte, die etwa „Faust“ mit Männern in der Midlife-Crisis inszenierte und Menschen von Erfahrungen mit Stasi oder Armee-Drill berichten ließ. Echte Menschen, die das wahre Leben auf die Theaterbühne bringen sollen – als Expert*innen des Alltags, ein Begriff, den die Gruppe Rimini Protokoll in die Theaterwelt brachte, die seit langem mit Laien arbeitet. Dass die Bürger*innen dabei ihr eigenes Ich in die Waagschale werfen, scheint Programm, das seine Kraft oftmals aus Geschichten bezieht, in denen man sich wiederfindet. Entsprechend tauchen die Begriffe Authentizität und Partizipation auf, verortet an den Stadttheatern zwischen Öffentlichkeitsstrategie, Bildungsauftrag und neuer performativer Ästhetik. Anderseits praktizieren seit vielen Jahren Amateurtheater genau diese Idee: Bürger*innen auf die Bühne! 

Wie lässt sich Theaterarbeit mit Expert*innen des Alltags organisieren? Wo stößt dieses Prinzip an Grenzen? Was lässt sich von der Bürgerbühnen-Bewegung der jüngsten Zeit ggf. für Amateurtheater lernen?  

Auskunft gibt Miriam Tscholl, die durch ihre preisgekrönte Arbeit als Leiter*in der Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden Impulse setzen konnte.


Impulsgeberin: Miriam Tscholl (Dresden) 

Miriam Tscholl wurde 1974 in Freiburg i. B. geboren und studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim. Am dortigen Institut für Medien und Theater war sie nach ihrem Diplom von 2004 bis 2008 als künstlerische Mitarbeiterin tätig. Inszenierungen ihrer freien Theatergruppe Werkgruppe 1 wurden auf zahlreichen europäischen Festivals gezeigt. 2009 bis 2018 leitete Miriam Tscholl die Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden. Als Regisseurin arbeitete sie u. a. auch in Hannover, Berlin, Mannheim und Freiburg. Sie veröffentlichte zahlreiche Publikationen zum Thema partizipatives Theater und etablierte in der Spielzeit 2015/16 das MONTAGSCAFÉ als offenen Treffpunkt zwischen Geflüchteten und Dresdner Bürgern. Seit 2017/18 ist sie Jurymitglied des Förderprogramms 360°-Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft der Bundeskulturstiftung. Sie ist zudem künstlerische Leiterin von OUR STAGE – 4. EUROPÄISCHES BÜRGERBÜHNENFESTIVAL, das vom 18. bis 25. Mai 2019 am Staatsschauspiel Dresden stattfinden wird.


Diese Veranstaltung wendet sich an Tanz– und Theatermacher*innen, Theaterpädagog*innen und Multiplikator*innen die mit JugendlichenAmateurenExpert*innen des Alltags und marginalisierten Gruppierungen künstlerisch tätig sind oder sein wollen und lädt zum Erfahrungsaustausch ein.

Mit freundlicher Unterstützung des Mondstaubtheaters Zwickau, dessen Team seit vielen Jahren erfolgreich vielfältige Tanz- und Theaterprojekte mit Amateuren initiiert.

Die Teilnahme ist kostenlos.


Anmeldungen
Um eine rechtzeitige und verbindliche Anmeldung an lachenicht@landesbuero-sachsen.de wird gebeten. 

Veranstaltungszeit
Samstag, 04.05.2019 | 11.00 – 14.00 Uhr

Veranstaltungsort
Mondstaubtheater e.V. | Horchstraße 2 | 08058 Zwickau


Wir haben für Sie Bahnverbindungen nach/ab Zwickau sowie eine Wegbeschreibung vom Hauptbahnhof Zwickau zum Mondstaubtheater zusammengestellt. 

Bei der Reiseplanung sind wir gern behilflich. Bitte wenden Sie sich an lachenicht@landesbuero-sachsen.de