LDKS Newsletter Juli & August | Sommerliche Grüße und Saisonabschluss!

Sehr geehrte Damen & Herren,
liebe Theaterfreundinnen & Kolleginnen,

vor einem Jahr startete ich mit meinem hoch motivierten Team, der Projektmanagerin Maike Lachenicht und dem Referenten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Pascal Anselmi, um die Freien Darstellenden Künste in Sachsen zu stärken. Getragen von der Vision bisher als tapfere Einzelkämpfer*innen agierende Künstler*innen in Sachen freier Tanz- und Theaterkunst sowie die nicht institutionalisierten Spielstätten als zweite Säule sächsischer Theaterkunst aufzubauen, starteten wir eine Reihe von Aktivitäten, um mit Wissenstransfer, Networking und Austausch die Akteur*innen nach vorn zu bringen und sie für den unnachgiebig harten freien Tanz- und Theatermarkt zu sensibilisieren.

Vielen Dank für die Unterstützung und Zusammenarbeit!

Diese Idee ging bisher auf und führte zu wunderbaren Begegnungen und Diskursen, für die ich mich im Namen meiner Mitarbeiterinnen recht herzlich bedanke! Ermöglicht wurde dies durch Förderer, Kooperationspartner*innen und Unterstützer*innen, die sich von unserer Idee begeistern ließen. Ihnen gilt ebenso mein Dank, verbunden mit der Hoffnung auf eine Fortsetzung der bisherigen Zusammenarbeit!

Ein Anfang ist gemacht. Aber es gibt noch viel zu tun!

Es liegt aber noch einiges an Arbeit vor uns: Die Honoraruntergrenzen-Empfehlung ist in Sachsen nicht bindend, ein Investment in die junge Tanz-, Theater und Performanceszene, also ein stärkeres finanzielles Engagement der öffentlichen Hand, ist überfällig, damit endlich sächsische Künstlerinnen als Kulturbotschafterinnen des Freistaats auf nationalen und internationalen Festivalbühnen präsent sind, viele Förderinstrumente entsprechen nicht mehr den Bedürfnissen der Akteur*innen der Freien Szene, zunehmende Probenraumknappheit in den Metropolen, Ödnis in ländlichen Räumen und rechtes Gesinnungsgelaber im Landtagswahlkampf verunsichern zusätzlich u. v. m. – Solidarisierung und das Finden einer gemeinsamen Sprache sind deshalb notwendig:

Wie wollen wir arbeiten? Wie wollen wir leben? Was treibt uns an? Und: Für wen?

Lassen Sie uns darauf zukünftig Antworten finden, die zu konkreten Lösungen führen. Ich freue mich auf Ihre Ideen und wünsche Ihnen einen unvergesslichen Sommer!

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Helge-Björn Meyer

Geschäftsführer Landesbüro Darstellende Künste Sachsen e. V.


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LDKS Newsletter | Juli & August 2019
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Sächsische Künstler*innen holen Höchstpunktzahl bei Juryauswahl für flausen + Residenzen 2020

Die Stipendiat*innen der flausen + Residenzen 2020 sind bekannt gegeben worden und Künstler*innen aus Sachsen ganz vorn dabei!

Wir freuen uns, dass der hervorragende Drive der sächsischen Szene, den wir als Team des LDKS – Landesbüro Darstellende Künste Sachsen im vergangenen Jahr direkt spüren konnten, auch bei flausen + auf großen Anklang traf!

Die höchste Punktzahl ging nach Leipzig an Jana Zölls Polymora mit „Make dance contemporary again!!!“ Auch die Leipziger Künstlerin Mona Hempel holte sich die Residenz als Teil der apokalyptischen tänzer*innen mit „Prometheus und der Geruch“! Allein 13 Einreichungen aus Sachsen waren beim Wettbewerb am Start und unter den Finalist*innen auch Tereza Stelzer aus Chemnitz.

Unser Geschäftsführer Helge-Björn Meyer saß in der Jury und war begeistert von der Qualität der Beiträge aller Berwerber*innen!


Forderungspapier | Mehr Geschlechtergerechtigkeit in den Darstellenden Künsten

Das Aktionsbündnis Darstellende Künste hat angelehnt an den Runden Tisch »Frauen in Kultur und Medien« von 2017 und aufbauend auf zahlreiche Gespräche der Theaterverbände einen Forderungskatalog veröffentlicht, der erste konkrete Schritte zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in den darstellenden Künsten benennt.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters wird in dem Papier entschieden dazu aufgerufen, die Vorschläge aus dem Runden Tisch umzusetzen. Die Überwindung der tariflichen Ungleichheiten an Theatern zwischen Sänger*innen, Schauspieler*innen, Musiker*innen und Tänzer*innen und die Sicherstellung einer geschlechterneutralen Behandlung auch der nichtkünstlerischen Beschäftigten sowie derjenigen, die außerhalb des Tarifgefüges honoriert werden, ist eine der weiteren wesentlichen Forderungen.

> Forderungspapier: Geschlechtergerechtigkeit in den Darstellenden Künsten!

Außerdem heißt es in dem Papier der Theaterverbände: Jurys, Gremien und die Leitungen öffentlicher Institutionen müssen paritätisch besetzt werden. Besetzung und Verfahren von Findungskommissionen müssen transparent sein.

„In anderen Bereichen ist man in Bezug auf Diversitätschon sehr viel weiter.Gerade beim Thema Geschlechtergerechtigkeit liegen Vorschläge auf dem Tisch. Nun gilt es zu handeln und auch bei den Darstellenden Künstenim Jahr 2019 anzukommen!“

Aktionsbündnis Darstellende Künste

Handlungsempfehlungen

aus dem Runden Tisch »Frauen in Kultur und Medien«

Nicht nur bedarf es eines höheren Frauenanteils in den leitenden und technischen Abteilungen, sondern auch eines höheren Männeranteils in der Administration sowie den Abteilungen Maske oder Kostüm. Auch in der Programmentwicklung soll Parität in allen künstlerischen Positionen angestrebt werden. Die Programme sind auf Diversität hin zu überprüfen. Dabei sollte auch die Generationengerechtigkeit in den Blick genommen werden: Frauen ab 40 sollten in den Ensembles im gleichen Maße vertreten sein wie Männer diesen Alters.

Das Aktionsbündnis fordert:

  • die Umsetzung der Ergebnisse des Runden Tisches »Frauen in Kultur und Medien«
  • Ausschüsse und Gremien in den darstellenden Künsten paritätisch zu besetzen und hier die Vielfalt der Gesellschaft und der Perspektiven widerzuspiegeln
  • Leitungspositionen an festen Häusern paritätisch zu besetzen und plurale Perspektiven zu berücksichtigen
  • Frauen und Männer in den darstellenden Künsten für gleiche Arbeit gleich zu bezahlen
  • die Überwindungder tariflichen Ungleichheiten an Theatern zwischen Sänger*innen, Schauspieler*innen, Musiker*innen und Tänzer*innen und die Sicherstellung einer geschlechterneutralen Behandlung auch der nicht-künstlerischen Beschäftigtensowie derjenigen, die außerhalb des Tarifgefüges honoriert werden
  • das Thema Geschlechtergerechtigkeit im gesamtgesellschaftlichen Kontext zu verankern und für den Bereich der Darstellenden Künste spezifische Ansätze zu entwickeln, die dieser Wechselbeziehung Rechnung tragen,
  • die Berücksichtigung von Aspekten familienfreundlicher Arbeitszusammenhänge.

> Forderungspapier: Geschlechtergerechtigkeit in den Darstellenden Künsten!


Das Aktionsbündnis Darstellende Künste ist ein Zusammenschluss, dem der Bund der Szenografen, der Bundesverband Freie Darstellende Künste, die GDBA, das ensemble-netzwerk, das regie-netzwerk, art but fair, die Dramaturgische Gesellschaft, Pro Quote Bühne sowie die Ständige Konferenz Schauspielausbildung und das Netzwerk flausen+ angehören.


Zur ersten Fast-Besucherbefragung für die freie Theater- und Tanzszene

Um bei Überlegungen zur Größe und Struktur eines potenziellen Publikums nicht auf reine Mutmaßungen angewiesen zu sein, hat das Kulturamt der Stadt Köln in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Tibor Kliment von der Rheinischen Fachhochschule Köln eine Fast-Besucher-Befragung für die freie Theater- und Tanzszene erstellt. Ziel der Studie war ein vertieftes Verständnis über ein unerschlossenes Besuchersegment, um auf dieser Basis möglichst greifbare Maßnahmen für die Kulturförderung abzuleiten.

Prof. Tibor Kliment hielt dazu am 06. Februar 2019 auf Einladung des Landesbüro Darstellende Künste Sachsen e.V. einen viel beachteten IMPULS#6: Zur Vermessung der Freien Szene, der Grundlage seines Beitrages für die Zeitschrift Kulturmanagement bildet.

Unter folgendem Link finden Sie das PDF zum Download.